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Burg Matsumoto

Burg Matsumoto

📍 Matsumoto, Japan 📅 Gebaut im Jahr 1594

Die Burg Matsumoto (Matsumoto-jō) ist eine der vollständigsten und schönsten ursprünglichen Burgen Japans. Gelegen in der Stadt Matsumoto in der Präfektur Nagano, steht sie auf einer Ebene statt auf einem Hügel, was sie zu einem seltenen Beispiel für ein hirajiro (Flachlandburg) macht. Ihre dramatische schwarze Vertäfelung hat ihr den Spitznamen "Krähenschloss" (Karasu-jō) eingebracht, der in starkem Kontrast zum "Weißen Reiher" von Himeji steht.

Geschichte: Die feudale Festung

Die Ursprünge der Stätte reichen bis ins Jahr 1504 zurück, aber der beeindruckende Hauptturm (tenshu), den wir heute sehen, wurde um 1593-1594 fertiggestellt. Er wurde in einer turbulenten Zeit wechselnder Allianzen vor der Etablierung des Friedens in der Edo-Zeit erbaut. Die Burg wurde von 23 Generationen aus sechs verschiedenen Daimyo-Familien (Feudalherren) regiert, bis zur Meiji-Restauration im Jahr 1868.

  • Gerettet vor dem Abriss: Wie viele japanische Burgen drohte Matsumoto im späten 19. Jahrhundert die Zerstörung, um ihr Holz und Eisen zu verkaufen. Sie wurde durch eine lokale Kampagne unter der Leitung von Ishikawa Ryozo gerettet, der Spenden sammelte, um den Turm zu kaufen und zu erhalten.
  • Nationalschatz: Sie ist eine von nur fünf Burgen in Japan, die als Nationalschatz ausgewiesen sind, und eine der zwölf verbleibenden ursprünglichen Burgen.

Architektur: Gebaut für Krieg und Frieden

Der Hauptturm ist eine einzigartige Struktur mit einer komplexen Dachlinie und einem verborgenen Stockwerk.

  • Fünf Etagen, sechs Stockwerke: Von außen scheint der Turm fünf Stockwerke zu haben, aber tatsächlich gibt es ein verborgenes sechstes Stockwerk zwischen der zweiten und dritten Ebene. Dieser dunkle, fensterlose Raum wurde als sicherer Lagerraum für Lebensmittel und Schießpulver während Belagerungen konzipiert.
  • Mondbeobachtungsflügel: Im Gegensatz zum schwer befestigten Hauptturm wurde der rot geländerte Tsukimi-yagura (Mondbeobachtungsturm) 1635 in einer Zeit des Friedens erbaut. Er hat keine Schießscharten, sondern nur offene Schiebetüren, die dazu gedacht waren, den Mond zu betrachten, was das Ende der Ära der kämpfenden Reiche symbolisiert.

Die zinnoberrote Brücke

Eine der ikonischsten Ansichten der Burg ist die rote Uzumibashi-Brücke, die den äußeren Graben überquert. Obwohl die heutige Brücke eine moderne Rekonstruktion ist, bietet sie einen atemberaubenden Vordergrund für Fotos der schwarzen Burg vor dem Hintergrund der japanischen Alpen.

Besuchertipps

  • Steile Treppen: Die Innentreppen sind extrem steil (bis zu einem Winkel von 61 Grad) und schmal. Besucher müssen sie erklimmen, um die Spitze zu erreichen und einen Panoramablick auf die Stadt und die Berge zu genießen.
  • Festivals: Die Burg veranstaltet mehrere Events, darunter ein Taiko-Trommelfestival im Sommer und ein Eisskulpturenfestival im Winter.
  • Schuhe ausziehen: Wie in Himeji müssen Sie Ihre Schuhe in einer Plastiktüte tragen, während Sie das hölzerne Innere erkunden.